Chantal Weis
Beratung, Begleitung, Kurse und Information für (werdende) Eltern

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2026.03.02 - Alltagstipp 16

🌱 Nicht jeden Konflikt sofort schlichten

Wenn Kinder streiten, fühlen wir uns oft sofort zuständig.
Eingreifen, erklären, lösen, vermitteln und das möglichst schnell, damit wieder Ruhe einkehrt.

Doch nicht jeder Konflikt braucht eine sofortige Lösung von außen.
Manche Auseinandersetzungen sind Teil von Entwicklung, Beziehung und Lernen.

💡 Im Alltag kann das bedeuten:
– erst beobachten, bevor eingegriffen wird
– einschreiten, wenn jemand überfordert ist oder verletzt wird
– Raum lassen, wenn Kinder noch im Austausch sind
– nicht jedes Problem sofort „wegmachen“

Auch wenn es mir oft schwerfiel, habe ich mich bei Streit bewusst zurückgehalten, allerdings mit gespitzten Ohren. Ich wollte den Moment wahrnehmen, an dem meine Unterstützung wirklich nötig wurde.

Meine beiden Jüngsten haben dabei erstaunlich oft ohne mein Zutun Kompromisse gefunden.
Manchmal brauchten sie einfach Zeit, ihren eigenen Weg durch den Konflikt zu finden.

Gleichzeitig gab es klare Grenzen: Wenn meine Jüngste ihre Schwester geschlagen hat, weil es nicht so lief, wie sie wollte, musste ich eingreifen zum Schutz des anderen Kindes.

Ich habe gelernt: Nicht jeden Konflikt zu schlichten heißt nicht, wegzuschauen.
Es heißt, präsent zu bleiben und zu unterscheiden, wann Kinder üben dürfen und wann sie Schutz brauchen.

Vertrauen und Verantwortung gehen hier Hand in Hand. 🌿

 

2026.03.01 - Persönliches

Ein Thema, das in meinen Beratungen immer wieder auftaucht, ist der Schlaf.
Oder genauer: der Ort, an dem das Baby schläft.

Oft erzählen Eltern zögerlich, fast entschuldigend,
dass ihr Neugeborenes bei ihnen im Bett schläft –
und manchmal sogar auf ihrem Bauch.

Dabei ist daran nichts Verwerfliches.

Neugeborene müssen erst einmal in unserer Welt ankommen.
Der Herzschlag, die Wärme, die Nähe, all das ist vertraut, beruhigend und regulierend.
Es hilft ihnen, sich sicher zu fühlen.

Natürlich sprechen wir auch über sicheren Schlaf.
Über Dinge, die im Grunde gesunder Menschenverstand sind:
keine Beeinträchtigung durch Alkohol, Drogen oder Medikamente,
keine extreme Übermüdung,
eine feste Matratze,
kein Wasserbett,
ausreichende Absicherung gegen Herausfallen
und eine passende Raumtemperatur.

Viele Eltern haben Sorge, ihr Baby könnte unter der Bettdecke ersticken.
Der Hinweis, selbst einen Bademantel oder eine Sweatjacke über dem Pyjama zu tragen,
statt das Baby zuzudecken,
bringt oft sichtbare Erleichterung.

Und dann ist da noch die Angst,
das Kind könne sich „zu sehr daran gewöhnen“
und nie allein schlafen wollen.

Dabei schlafen die meisten Erwachsenen ja auch nicht allein,
sondern mit einem Partner oder einer Partnerin im Bett.
Und spätestens, wenn das Kind erwachsen ist und eine eigene Beziehung führt,
werden sich die Schlafplätze ohnehin neu sortieren.

Denn das ist vielleicht das Wichtigste:
Schlafplätze sind nichts Starres. Sie verändern sich.

Meine Älteste ist mit einem Jahr ganz von selbst aus unserem Bett ausgezogen,
weil sie ihr eigenes Bett spannend fand.
Als ihre Schwester ein Jahr später geboren wurde,
fühlte sie es als ungerecht, allein zu schlafen,
also zog sie wieder in unser Zimmer.
Zwei Jahre später, nach einem Umzug,
haben die beiden sich ein Zimmer geteilt.

Schlaf ist ein Prozess.
So wie das Wachsen.
So wie Bindung.

Schlaf ist kein Konzept, sondern ein Weg.

 

2026.02.27 - Alltagstipp 15

🌱 Nicht alles muss gerecht sein, sondern passend

„Das ist unfair!“
Ein Satz, der im Familienalltag schnell fällt, besonders, wenn mehrere Kinder da sind. Und er trifft einen wunden Punkt, denn wir wollen es richtig machen. Für alle gleich. Für alle gerecht.

Doch Gleichbehandlung ist nicht automatisch Gerechtigkeit.
Kinder sind verschieden. Ihre Bedürfnisse, ihre Entwicklung und ihre Reife auch.

💡 Im Alltag kann das bedeuten:
– Ein Kind braucht mehr Nähe, ein anderes mehr Abstand.
– Ein Kind braucht klare Strukturen, ein anderes Zeit und Spielraum.
– Ein Kind bekommt gerade Unterstützung, ein anderes Vertrauen.

Ein Beispiel aus unserem Alltag:
Jedes meiner Kinder hatte die Phase, in der es alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren wollte.
Das Alter, in dem dieser Wunsch kam, und in dem es für uns stimmig war, war unterschiedlich. Nicht, weil wir eines bevorzugt hätten, sondern weil die Kinder unterschiedlich reif waren und unterschiedliche Bedürfnisse hatten.

Meine zweite Tochter war mit 7 Jahren definitiv diejenige, die am frühesten bereit dafür war. Für sie passte es genau zu diesem Zeitpunkt; für ein anderes Kind wäre es zu früh gewesen.

Ich habe gelernt: Wenn ich versuche, alles gleich zu machen, verliere ich den Blick für das einzelne Kind.
Wenn ich hinschaue, was dieses Kind jetzt braucht, entsteht Ruhe auch wenn es von außen nicht immer „gerecht“ aussieht.

Gerechtigkeit im Familienalltag heißt nicht: für alle dasselbe.
Sondern: für jeden das, was ihm gerade hilft.

Und ja, Kinder dürfen das unfair finden.
Das auszuhalten gehört dazu. 🌿

 

2026.02.23 - Alltagstipp 14

🌱 Geschwister nicht vergleichen

Geschwister wachsen im gleichen Zuhause auf und sind trotzdem grundverschieden.
Andere Temperamente, andere Bedürfnisse, andere Wege.

Gerade weil Geschwister so unterschiedlich sind, ist es oft schwer, nicht zu vergleichen.
Der Gedanke „Warum geht es bei diesem Kind so viel leichter?“ schleicht sich schnell ein.

Meine Älteste war von Anfang an ein Kind, das uns sehr gefordert hat: wissbegierig, präsent, klar.
Kind Nummer zwei wollte mit acht Jahren nicht mehr zur Schule gehen.
Natürlich wäre es einfacher gewesen, sie wäre so systemkonform gewesen wie ihre Schwester.

Aber genau ihr Anderssein hat mich zum Wachsen gebracht.
Heute geht sie ihren eigenen Weg: Sie weigert sich noch immer, Französisch zu lernen oder zu sprechen, ist gleichzeitig sehr engagiert in der Schule und hat immer eine helfende Hand für andere parat.

💡 Ich habe gelernt:
Vergleiche hätten mir vielleicht kurzfristig Orientierung gegeben.
Aber sie hätten diesem Kind nicht gerecht werden können.

Vergleiche schaffen Druck.
Verstehen schafft Beziehung.

Geschwister müssen nicht gleich sein, um gleich wertvoll zu sein.
Und manchmal sind es gerade die Kinder, die nicht ins System passen, die uns am meisten lehren. 🌿

2026.02.20 - Alltagstipp 13

🌱 Einzelzeit entsteht oft nebenbei

Einzelzeit mit jedem Kind klingt schön und ist im Familienalltag oft schwer umzusetzen.
Gerade bei älteren Kindern mit Schule, Hobbys und vollen Terminkalendern bleibt dafür selten bewusst geplante Zeit.

Und genau hier durfte ich umdenken:
Einzelzeit muss nicht extra organisiert sein.
Sie entsteht oft nebenbei.

💡 Bei uns findet sie häufig im Auto statt.
Wenn ich ein Kind irgendwohin fahre, sind wir zu zweit.
Keine Geschwister, keine Kommentare, keine neugierigen Ohren.
Zeit für Gespräche, Schweigen, Lachen oder einfach Musik hören.

Diese Momente sind nicht spektakulär.
Aber sie sind echt.
Und oft erzählen Kinder genau dann Dinge, die sonst keinen Platz finden.

Ich habe gelernt: Einzelzeit misst sich nicht in Minuten oder Aktivitäten.
Sondern darin, wirklich verfügbar zu sein, wenn sie sich zeigt.

Manchmal sitzt Beziehung auf dem Beifahrersitz. 🌿


2026.02.16 - Alltagstipp 12

🌱 Nach anstrengenden Tagen gemeinsam runterfahren

Manche Tage sind einfach viel.
Viel Input, viele Gefühle, viele Anforderungen, für Kinder genauso wie für uns Erwachsene.

Nach solchen Tagen braucht es oft keine Lösungen, keine Gespräche und keine neuen Impulse.
Was hilft, ist gemeinsames Runterfahren.

💡 Das kann ganz unterschiedlich aussehen:
– zusammen auf dem Sofa sitzen
– ein Hörspiel hören
– ein Buch vorlesen oder gemeinsam lesen
– leise Musik
– Nähe, ohne viel Worte

Uns hat auch etwas sehr Ruhiges geholfen: Klangschalen.
Ich habe drei unterschiedlich große Klangschalen, die wir sanft auf den Körper aufsetzen und anschlagen. Die Kinder machen das gegenseitig, manchmal auch bei mir. Die Schwingungen werden über den Körper wahrgenommen und helfen vielen, spürbar zur Ruhe zu kommen.

Ich habe gelernt: Wenn wir uns erlauben, den Tag leise zu beenden, kann sich das Nervensystem erholen.
Nicht alles muss verarbeitet werden, nicht alles besprochen sein.

Manches darf einfach da sein und wieder gehen.

Gemeinsames Runterfahren ist kein Rückzug.
Es ist Verbindung, ohne Anspruch. 🌿

2026.02.15 - Persönliches

Wertschätzung

„Mama, fährst du eigentlich gern Auto?“
fragt mich meine 12-Jährige,
als ich mal wieder losfahre, um meine Älteste von der Tanzprobe abzuholen.

Es hat nichts mit gern zu tun.
Sondern damit, dass ich Verantwortung trage.
Dafür, dass sie sicher ankommen.
Und in einem Zeitrahmen, der im Alltag machbar ist.

Für den Hinweg hat sie den Bus genommen,
fünf Minuten Verspätung in Kauf genommen.
Für den Rückweg würden fünfzig Minuten Warten dazukommen.

„Mama, ist es anstrengend, zu all unseren Präsentationen und Konzerten zu kommen?“
fragt sie später.

Manchmal ja.
Nicht wegen der Kinder.
Sondern wegen der Organisation drumherum:
Zeit freischaufeln, Geschwister koordinieren, Proben, Abholen, früh da sein.

Ich bin stolz auf meine Kinder.
Und durch meine Präsenz zeige ich ihnen,
dass mir ihr Engagement wichtig ist.

Gleichzeitig fühlt es sich für mich wertschätzend an,
wenn sie wahrnehmen:
Das alles ist nicht selbstverständlich.

Vielleicht beginnt Wertschätzung genau dort,
wo wir das Selbstverständliche kurz benennen dürfen.

2026.02.13 - Alltagstipp 11

🌱 Übergänge nach Schule oder Kita bewusst entschleunigen

Der Übergang von Schule oder Kita nach Hause ist für viele Kinder einer der anstrengendsten Momente des Tages.
Den ganzen Vormittag über haben sie sich angepasst, konzentriert und Rücksicht genommen. Wenn sie nach Hause kommen, fällt all das ab.

Manche Kinder sind in der Schule oder Kita sehr angepasst, ruhig und „brav“ und zeigen zu Hause dann plötzlich das genaue Gegenteil.
Draußen Engel, zu Hause Teufel.
Das ist kein Zeichen von schlechtem Benehmen, sondern oft ein Zeichen von großer Anstrengung und davon, dass sich das Kind zu Hause sicher genug fühlt, um loszulassen.

Kein Wunder also, dass viele Kinder nachmittags gereizt, still, anhänglich oder explosiv reagieren.

💡 Entlastung entsteht, wenn wir diesen Übergang nicht überfrachten:
– erst ankommen lassen, bevor Fragen gestellt werden
– Nähe anbieten statt sofortiger Erwartungen
– ein kleiner Snack oder etwas Ruhezeit
– Bewegung oder Rückzug, je nach Bedürfnis

Bei uns endet die Schule entweder um 12 Uhr oder um 16 Uhr. Danach gibt es immer etwas zu essen, entweder Mittagessen oder einen Snack (Obst, Schokomilch, ein Keks, selbstgebackener Kuchen oder auch mal etwas von der Oma).
Erst einmal ankommen. Runterfahren.
Je nach Stimmung auch gerne 10–15 Minuten Hörspiel und erst danach geht es an die Hausaufgaben.

Ich habe gelernt: Nicht das Gespräch direkt nach der Schule ist entscheidend, sondern das Gefühl von Sicherheit.
Wenn Kinder spüren, dass sie nichts leisten müssen, kommen Worte oft ganz von selbst, später, zwischen Tür und Angel.

Übergänge brauchen Zeit.
Und sie brauchen Verständnis. 🌿

2026.02.11 - Bindung im Alltag leben

Bindung bedeutet auch Grenzen für dich und dein Baby

Bindung ist nicht „immer alles geben“.
Bindung bedeutet, wahrzunehmen, was euch beiden guttut.

Das heißt auch:
– euer Tempo bestimmen
– Reizüberflutung vermeiden
– Pausen machen
– „Nein“ sagen dürfen
– dein Baby vor zu viel Aufmerksamkeit schützen
– deine Energie achten

Ein Baby, das erlebt „Meine Eltern schützen mich“, entwickelt tiefe Sicherheit.
Und eine Mama, die merkt „Ich darf Grenzen haben“, bleibt stabiler in ihrer Kraft.

Das ist Bindung, in beide Richtungen.

2026.02.09 - Alltagstipp 10

🌱 Pausen einbauen, bevor es kracht

Oft merken wir erst, dass es zu viel war, wenn es schon gekracht hat.
Wenn die Stimme lauter wird.
Wenn Tränen fließen.
Wenn alle genervt sind.

Dabei sendet der Körper meist schon vorher Signale: Unruhe, Gereiztheit, innere Anspannung.
Pausen sind kein Luxus – sie sind notwendig, um überhaupt in Verbindung bleiben zu können.

💡 Pausen im Alltag können ganz klein sein:
– kurz innehalten und bewusst durchatmen
– einen Raum wechseln
– einen Schluck Wasser trinken
– sich für einen Moment hinsetzen oder anlehnen

Ich habe gelernt: Eine Pause zur richtigen Zeit kann mehr bewirken als jedes gute Wort im Nachhinein.
Sie unterbricht den Autopiloten – und schafft Raum, bevor es eskaliert.

Besonders schwierig mit den Pausen fand ich es bei Kleinkindern. Sie drücken sich verbal noch nicht so klar aus und ich in meinem Flow bekam die ersten Anziechen von Unruhe und Pause nötig haben nicht schnell genug mit.

Später war eher ich es, die die Pausen benötigte. Mittlerweile habe ich gelernt mehr auf meine bedürfnisse zu achten und meinen Kindern klar zu kommunizieren: Ich gehe jetzt eine Vierstelstunde lesen und einen Tee trinken, damit ich später nicht ausflippe.

Pausen einbauen heißt nicht, aufzugeben.
Es heißt, für alle mitzudenken. 🌿

2026.02.06 - Alltagstipp 9

🌱 Gefühle dürfen da sein

Gefühle gehören zum Familienalltag.
Alle. Auch die lauten, die schweren und die, die wir am liebsten schnell wegmachen würden.

Kinder fühlen intensiv. Sie haben noch keine fertigen Strategien, um mit Enttäuschung, Wut oder Überforderung umzugehen. Gefühle zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche ,sondern Teil von Entwicklung.

💡 Im Alltag kann das bedeuten:
– Gefühle benennen, statt sie zu korrigieren („Du bist gerade richtig wütend.“).
– Dabeibleiben, auch wenn es unangenehm ist.
– Nicht sofort trösten, ablenken oder erklären wollen.

Du kannst Nähe anbieten:
„Soll ich dich in den Arm nehmen?“
Deine Ruhe, deine Umarmung helfen deinem Kind, sich zu regulieren.

Ich habe gelernt: Gefühle wollen nicht gelöst werden, sie wollen gesehen werden.
Wenn Kinder spüren, dass ihre Gefühle da sein dürfen, müssen sie nicht lauter werden, um gehört zu werden.

Gefühle gehen vorbei.
Beziehung bleibt. 🌿

2026.02.04 - Bindung im Alltag leben

Nähe als Sprache

Nähe ist für Babys kein Luxus, sie ist ein Grundbedürfnis.
In deinen Armen lernt dein Baby:
– Ich bin sicher
– Ich werde gehalten
– Ich bin willkommen
– Die Welt ist okay
– Ich darf mich entspannen

Tragen intensiviert all das.
Du bewegst dich und dein Baby reguliert sich mit.
Es spürt dich, hört dich, riecht dich.
Nähe ist die Sprache, mit der dein Baby am besten versteht:
„Ich bin geliebt.“

2026.02.02 - Alltagstipp 8

🌱 Erwartungen an den Tag bewusst klein halten

Manche Tage tragen viel.
Andere sind zäh, laut oder einfach anstrengend und das liegt nicht daran, dass jemand etwas falsch gemacht hat.

Oft entsteht Stress nicht durch das, was passiert, sondern durch das, was wir eigentlich erwartet hätten:
einen entspannten Morgen, einen harmonischen Ausflug, einen ruhigen Nachmittag.

💡 Entlastung beginnt, wenn wir unsere Erwartungen an den Tag bewusst klein halten.
Wer wenig erwartet, wird oft positiv überrascht.
Wer die Latte hoch legt, setzt sich selbst unter Druck.

– Nicht alles muss klappen.
– Nicht jeder Termin muss „schön“ sein.
– Nicht jeder Moment muss pädagogisch wertvoll sein.

Ich habe gelernt: Wenn ich mit weniger Erwartungen starte, bleibt mehr Raum für das, was tatsächlich da ist.
Manchmal ist das Chaos.
Manchmal Nähe.
Manchmal einfach nur Durchhalten.

Ein guter Tag ist nicht der perfekte.
Es ist der, den ihr gemeinsam geschafft habt. 🌿

2026.02.01 - Persönliches

Seit zwei Jahren gehe ich regelmäßig in den Wald.

Nicht als Ziel.
Nicht als Leistung.
Sondern als Ort, an dem mein Nervensystem zur Ruhe kommt.

Meine Kinder haben es als Erste bemerkt.
Dass ich geduldiger bin.
Dass ich weniger schnell reagiere.
Dass ich präsenter bin.

In den letzten Wochen stand Bewegung an erster Stelle.
Sport, Training, Struktur.
Der Wald kam zu kurz.

Und ich merke den Unterschied.
Mehr innere Unruhe.
Weniger Gelassenheit.
Eine dünnere Haut.

Das erinnert mich daran, wie wichtig Regulation ist, nicht nur für Kinder, sondern auch für uns Erwachsene.
Nicht alles, was gut tut, ist messbar.
Manches wirkt leise. Aber tief.

Vielleicht ist das auch für dich eine Einladung, hinzuspüren:
Was bringt dich zurück in deine Mitte? 🌿

2026.01.30 - Alltagstipp 7

🌱 Routinen statt Regeln

Regeln sollen Orientierung geben, doch im Familienalltag führen sie oft zu Diskussionen, Widerstand oder Machtkämpfen.
Routinen dagegen wirken leise. Sie müssen nicht erklärt oder verteidigt werden, sie tragen durch den Tag.

Kinder finden Sicherheit in Wiederholung.
Wenn Abläufe verlässlich sind, müssen sie weniger aushandeln, weniger entscheiden und können sich entspannen.

💡 Routinen können ganz unspektakulär sein:
– Nach dem Aufstehen erst anziehen, dann frühstücken.
– Nach dem Heimkommen erst ankommen, dann erzählen.
– Abends immer die gleichen Schritte, in ähnlicher Reihenfolge.

Routinen sagen nicht: „Du musst.“
Sie sagen: „So läuft es bei uns.“

Ich habe erlebt, dass Routinen den Alltag nicht starr machen, sondern freier.
Sie nehmen Druck raus, entlasten das Nervensystem und lassen mehr Raum für Beziehung.

Routinen dürfen sich verändern.
Aber solange sie tragen, dürfen sie bleiben. 🌿

2026.01.28 - Bindung im Alltag leben

Wiederholung schafft Sicherheit

Für Babys ist alles neu und aufregend.
Sie brauchen Wiederholung, um sich sicher zu fühlen.

Rituale geben Halt – z. B.:
– das gleiche Einschlaflied
– ein vertrauter Ablauf beim Anziehen
– ein kurzer Spruch, bevor ihr rausgeht
– ähnliches Vorgehen beim Binden des Tuchs
– feste Kuschelmomente

Vorhersehbarkeit ist ein Geschenk.
Denn ein Baby, das weiß, was als Nächstes passiert, kann sich entspannen.
Und in dieser Entspannung wächst Bindung.

2026.01.26 - Alltagstipp 6

🌱 Zeit sichtbar machen

Zeit ist für Kinder etwas sehr Abstraktes.
„Gleich“, „bald“ oder „noch kurz“ sagen ihnen wenig und führen oft zu Frust, wenn etwas plötzlich endet.

Deshalb hilft es, Zeit sichtbar und hörbar zu machen.
Ein Wecker, ein Timer oder der Alarm am Handy geben Orientierung und Sicherheit.

💡 Im Alltag kann das so aussehen:
– „Du darfst noch spielen, bis der Wecker klingelt.“
– „Noch eine Folge, dann geht der Alarm.“
– „Wenn der Timer aus ist, wechseln wir zum nächsten Schritt.“

Der große Vorteil:
Nicht du beendest die Situation, die Zeit tut es.
Das nimmt Druck aus Übergängen und macht sie für Kinder fairer und nachvollziehbarer.

Ich nutze das selbst gerne im Alltag: beim Spielen, bei Medienzeiten oder morgens beim Fertigmachen.
Der Wecker hilft nicht nur den Kindern, sondern auch mir, ruhig zu bleiben.

Zeit sichtbar zu machen heißt nicht, streng zu sein.
Es heißt, klar und verbindend zu begleiten. 🌿

2026.01.23 - Alltagstipp 5

🌱 10 Minuten echte Nähe

Viele Eltern denken, sie müssten ständig verfügbar sein, um verbunden zu bleiben.
Dabei entsteht Beziehung oft in kleinen, klaren Momenten, nicht in Dauerpräsenz.

10 Minuten echte Nähe können reichen.
Nicht nebenbei.
Nicht zwischen zwei Aufgaben.

Das Handy bleibt liegen, E-Mails dürfen warten.
Sondern: ganz da sein.

💡 Das kann sein:
– gemeinsam auf dem Sofa sitzen
– zuhören, ohne zu korrigieren
– spielen, ohne zu lenken
– schweigen, ohne es füllen zu müssen

Diese Momente wirken oft lange nach.
Sie nähren Beziehung und erinnern uns daran, dass Verbindung nicht laut sein muss, um stark zu sein. 💚

2026.01.21 - Bindung im Alltag leben

Co-Regulation, das Nervensystem deines Babys begleiten

Ein weinendes Baby versucht nicht, dich an deine Grenzen zu bringen.
Es sucht ein erwachsenes Nervensystem, das ihm hilft, sich zu sortieren.

Das nennt man Co-Regulation.

Wenn du dein Baby hältst, schaukelst, mit ihm sprichst, es trägst oder einfach nur bei ihm bist, passiert im Körper deines Babys viel:
– der Puls wird ruhiger
– die Atmung gleichmäßiger
– Stresshormone sinken
– Sicherheit entsteht

Du musst nicht immer völlig ruhig bleiben.
Es reicht, immer wieder zu dir zurückzufinden.
Du bist der Hafen, in dem dein Baby landen darf.

2026.01.19 - Alltagstipp 4

🌱 Abende dürfen weich auslaufen

Am Abend sind die Ressourcen aufgebraucht.
Kinder sind müde, Erwachsene auch. Und trotzdem erwarten wir oft, dass jetzt noch alles „gut läuft“.

Dabei brauchen Kinder abends vor allem eines: Wiederholung und Nähe.
Das Nervensystem möchte spüren: Der Tag ist vorbei. Ich darf loslassen.

💡 Das kann im Alltag bedeuten:
– immer ähnliche Abläufe
– leiser werden statt schneller
– Nähe anbieten, auch wenn sie scheinbar „grundlos“ ist
– Konflikte nicht mehr klären, sondern bewusst vertagen

Als die Kinder noch jünger waren, haben wir unter der Woche um 18 Uhr gemeinsam gegessen, danach Zähne geputzt, Pyjama angezogen und vorgelesen mit viel Kuscheln. Abends gab es kein Fernsehen, auch wenn sie damit teilweise die Einzigen in der Klasse waren.
Am Samstagabend dagegen gehörte ein Familienfilm dazu, alle zusammen auf der Couch, eng aneinander gekuschelt.

Abende dürfen unaufgeregt sein.
Sie müssen nichts leisten.
Sie dürfen einfach ausklingen. 🌙


2026.01.17 - 18 Jahre Muttersein

Gestern wurde meine Älteste 18.

Wenn ich zurückblicke, denke ich weniger an Meilensteine als an Wandlung.
An all das, was ich unterwegs lernen durfte: über Bindung, Vertrauen und das Loslassen.

In der Geburtstagskarte an sie habe ich geschrieben, dass sie ihrem Gefühl vertrauen darf.
Dass sie nicht perfekt sein muss, um richtig zu sein.
Und dass sie wissen soll: Wir sind da, nicht um ihr Leben zu lenken, sondern um sie zu begleiten, wenn sie uns braucht.

Muttersein hat mich genau das gelehrt.
Dass Nähe manchmal bedeutet, zu bleiben.
Und manchmal, einen Schritt zurückzutreten.

18 Jahre Muttersein bedeuten für mich heute:
Staunen darüber, wer sie geworden ist.
Vertrauen in ihren Weg.
Und die Gewissheit, dass Bindung bleibt, auch wenn sich ihre Form verändert.

Vielleicht ist das die größte Lektion dieser Jahre:
Unsere Kinder wachsen in ihre Freiheit hinein.
Und wir wachsen mit. 🤍

2026.01.16 - Alltagstipp 3

🌱 Morgen nicht überladen

Der Morgen entscheidet nicht darüber, wie gut du als Elternteil bist.
Und er muss auch nicht ruhig, harmonisch oder produktiv sein, um „zu zählen“.

Gerade morgens sind viele Nervensysteme gleichzeitig aktiv: Kinder, die noch halb im Schlaf sind, Erwachsene, die schon an Termine denken, Zeitdruck, Geräusche, To-dos. Wenn dann noch Erwartungen dazukommen, wird es schnell eng.

💡 Entlastung entsteht, wenn du den Morgen vereinfachst:
– Weniger Auswahl beim Frühstück. Eine meiner Töchter isst jeden Morgen Skyr, so muss sie keine Entscheidungen treffen. Die Jüngste mag seit Wochen Croque monsieur zum Frühstück, und auch das darf einfach so bleiben.
– Wiederkehrende Kleidungskombinationen statt täglicher Diskussionen.
– Feste Abläufe statt ständiger Aushandlungen. Mir hilft dabei die Alarmfunktion meines Handys, um die einzelnen Schritte zu strukturieren: Frühstück, Anziehen, fertig machen für die Schule.

Nicht, weil Kinder das brauchen, sondern weil du es brauchst.
Ein einfacher Morgen schenkt allen mehr Sicherheit.

Und wenn es trotzdem holpert?
Dann ist das kein Scheitern, sondern Familienleben. 🌿


2026.01.14 - Bindung im Alltag leben

Bindung entsteht in den kleinen Momenten

Bindung bedeutet nicht, alles perfekt zu machen.
Sie entsteht im Alltag, ganz nebenbei.
Wenn du den Blick deines Babys erwiderst.
Wenn du es hochnimmst, wenn es weint.
Wenn deine Stimme es beruhigt.
Wenn du seine feinen Signale wahrnimmst.

All das ergibt ein klares, liebevolles Bild:
„Du bist sicher. Ich bin da.“

Babys brauchen keine perfekten Eltern.
Sie brauchen zugewandte Eltern.
Und diese kleinen Gesten sind das Fundament einer sicheren Bindung, Tag für Tag

2026.01.12 - Alltagstipp 2

🌱 Übergänge bewusst begleiten

Viele herausfordernde Momente im Familienalltag entstehen nicht einfach so, sondern bei Übergängen.
Vom Spielen zum Aufräumen.
Vom Fernsehen zum Ausschalten.
Vom Zuhause-Sein zum Losgehen.
Vom Wachsein ins Schlafen.

Für Kinder sind diese Wechsel oft schwer. Sie sind noch mitten im Tun oder in ihrer Gedankenwelt – und sollen plötzlich etwas anderes machen. Kein Wunder, dass es dann zu Tränen, Widerstand oder Frust kommt.

💡 Was im Alltag helfen kann:
– Übergänge frühzeitig ankündigen („Noch fünf Minuten, dann räumen wir auf.“).
– Zeit sichtbar und hörbar machen: Ich nutze dafür gerne den Alarm am Handy ⏰ zum Beispiel beim Spielen oder Fernsehen. Wenn der Wecker klingelt, wissen alle: Jetzt endet diese Phase. Das nimmt mir die Rolle der „Spielverderberin“ und macht den Übergang fairer.
– Nähe anbieten statt Druck („Ich bin bei dir, wir machen das zusammen.“).
– Kleine Rituale einführen (noch einmal fertig spielen, ein Abschiedskuss, ein Lied).

🌼 Sanfte Unterstützung von innen:
Manche Familien empfinden auch Bachblüten als hilfreiche Begleitung.
Die Bachblüte Walnut wird traditionell mit Übergängen und Veränderungsprozessen in Verbindung gebracht, etwa bei neuen Situationen, Entwicklungsschritten oder Tageswechseln. Sie kann über ein paar Wochen hinweg unterstützend eingenommen werden, um innere Anpassungsprozesse zu begleiten.

Ich habe über die Jahre gemerkt: Wenn Übergänge klar, ruhig und verbindend begleitet werden, müssen Kinder weniger kämpfen. Sie fühlen sich ernst genommen und können innerlich leichter mitgehen.

Übergänge brauchen Zeit, Orientierung und Beziehung.
Und manchmal reicht ein kleiner Wecker und ein liebevoller Blick, um aus einem schwierigen Moment einen tragbaren zu machen. 🌿

 

2026.01.09 - Alltagstipp 1

🌱 Erwartungen loslassen

Der Morgen beginnt hektisch. Ein Kind trödelt, eines weint, das andere findet seine Schuhe nicht. Du wolltest längst los und merkst: Der Plan funktioniert heute nicht.

Genau hier liegt ein Schlüssel für mehr Gelassenheit im Familienalltag: Erwartungen loslassen.
Nicht jeder Morgen muss ruhig sein. Nicht jedes Kind kann immer „mitmachen“. Und nicht jeder Tag startet so, wie wir ihn uns vorstellen.

💡 Konkret kann das bedeuten:
– Das Frühstück darf einfacher ausfallen, wenn die Nerven schon angespannt sind.
– Das Kind darf getragen, begleitet oder getröstet werden, auch wenn du dachtest, es „müsste das doch schon können“.
– Ihr kommt ein paar Minuten später los, dafür mit weniger Druck und Tränen.

Ich habe über die Jahre gelernt: Wenn ich aufhöre, gegen den Moment anzukämpfen, entspannt sich oft die ganze Situation. Kinder spüren sofort, wenn wir innerlich loslassen und dürfen dann auch loslassen.

Erwartungen loszulassen heißt nicht, alles laufen zu lassen.
Es heißt, realistisch zu bleiben, freundlich mit sich selbst zu sein und den Tag so zu nehmen, wie er sich gerade zeigt.

Manchmal ist das der größte Geschenk für alle Beteiligten. 🌿

 


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2026.01.07 - Bindung im Alltag leben

🌿 Bindung im Alltag leben

Es sind oft die kleinen Momente, die den größten Unterschied machen.

Bindung entsteht nicht durch Perfektion –
sondern durch Präsenz, Wärme und echte Begegnung.
Jeden Tag. Immer wieder neu.

Beim Wickeln,
beim Tragen,
beim Stillen oder Fläschchen geben,
beim gemeinsamen Lachen –
überall dort wächst Verbindung.

Wenn du antwortest,
wenn du kurz innehältst,
wenn du dein Kind wirklich siehst,
fühlt es sich sicher.
Und Sicherheit ist die Grundlage jeder Bindung.

Auch an turbulenten Tagen.
Auch wenn du müde bist.
Auch wenn nicht alles klappt.
Bindung bleibt, weil du da bist.

Du musst nichts Besonderes tun.
Deine Liebe zeigt sich im Alltag –
in hunderten kleiner Momente.

🤍
Bindung im Alltag leben, ganz natürlich, so wie du bist.
Mehr dazu teile ich in den nächsten Wochen in dieser neuen Serie. ✨

 

2026.01.05 - Alltagstipps für ein Leben mit Kindern

🌿 Eine neue Serie beginnt: Alltagstipps für ein Leben mit Kindern

Alltag mit Kindern: chaotisch, laut, bunt … und wunderschön.
Als Mama von vier Kindern weiß ich: Damit der Familienalltag nicht im Stress versinkt (und ich auch nicht), braucht es eine gute Portion Gelassenheit und viele kleine Strategien, die den Unterschied machen.

Es gibt Tage, da läuft alles rund. Und dann gibt es die anderen: mit Wutanfällen, kaltem Kaffee oder Tee und der leisen (oder lauten) Frage, wie man das eigentlich alles schaffen soll. Zwischen Wäschebergen, vollen Brotdosen und müden Abenden habe ich über die Jahre Routinen entwickelt, die uns helfen, den Alltag bindungsstark und gleichzeitig alltagstauglich zu gestalten.

Nach 108 Nachhaltigkeitstipps wird mir eines immer klarer:
🌱 Nachhaltigkeit endet nicht beim Umweltschutz, sie beginnt auch im Alltag mit unseren Kindern.
In den letzten 18 Jahren als Mama und in meiner Arbeit mit jungen Eltern seit über 15 Jahren durfte ich viele Familien begleiten, verschiedene Aus- und Weiterbildungen absolvieren und dabei viel Erfahrung sammeln. Vor allem aber habe ich gelernt: Es gibt keine perfekte Lösung, dafür viele kleine Wege, die den Alltag liebevoller, entspannter und achtsamer machen können.

In dieser neuen Serie teile ich genau diese Erfahrungen mit dir. Vielleicht passt nicht alles zu euch. Aber vielleicht ist genau eine Idee dabei, die euren Tag ein kleines Stück leichter macht.

Lass dich inspirieren, nimm mit, was zu dir passt und gestalte euren Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Verbindung und einer guten Portion Familienrealität. 💚✨

 

2025.12.30 - Mit Baby die Feiertage genießen

✨ Gelassen durch die Feiertage – Nähe, die bleibt


Die Feiertage mit Baby, das ist etwas ganz Besonderes.
Alles ist neu, intensiver, emotionaler.
Vielleicht spürst du manchmal, wie viel Verantwortung du trägst
und wie du gleichzeitig einfach nur genießen willst.

In den letzten Wochen haben wir darüber gesprochen,
wie du die Feiertage achtsam gestalten kannst:
💫 Wie du mit Lärm und Reizen umgehst.
💫 Warum Nähe beim Tragen Sicherheit schenkt.
💫 Wie du auf Gerüche und Alkohol achtest.
💫 Und dass du auf dein Gefühl vertrauen darfst.

Manchmal sind es gar nicht die großen Pläne,
sondern die stillen Momente,
die in Erinnerung bleiben:
ein warmes Köpfchen an deiner Brust,
ein leises Lächeln,
der Duft von Geborgenheit.

Die Feiertage müssen nicht perfekt sein.
Sie dürfen sanft sein.
Sie dürfen sich nach euch anfühlen.

🌿 Mach es euch leicht.
Bleib in Verbindung: mit deinem Baby,
mit deinem Bauchgefühl,
mit dem, was dir guttut.

Und nimm dir mit ins neue Jahr:
Liebe zeigt sich in Nähe,
nicht im Perfektionismus.

2025.12.24 - Mit Baby die Feiertage genießen

🌙 Reizüberflutung


Die Feiertage sind eine besondere Zeit
voller Begegnungen, Lichter, Stimmen, Düfte und Emotionen.
Und manchmal ist das einfach zu viel,
für uns Erwachsene genauso wie für unsere Babys.

Babys nehmen alles ungefiltert wahr:
die Lichter am Baum, Musik im Hintergrund, lautes Lachen, fremde Gesichter.
All das sind Eindrücke, die sie verarbeiten müssen.

Zeichen für Reizüberflutung können sein:

  • dein Baby wird unruhig oder weint
  • es wendet den Blick ab oder gähnt
  • es wirkt plötzlich „abwesend“ oder schläfrig

Das sind kleine Hilferufe: „Ich brauche eine Pause.“

In solchen Momenten hilft Rückzug.
Ein ruhiger Raum, gedämpftes Licht, deine Nähe, deine Stimme.
Manchmal reicht es schon, für ein paar Minuten gemeinsam tief durchzuatmen.

Auch du darfst dir diese Ruhe gönnen.
Denn wenn du gelassen und achtsam bist,
spürt dein Baby das und findet leichter zurück in seine Balance.

Die Feiertage müssen nicht perfekt sein.
Sie dürfen leise sein, warm und echt.
Euer Tempo zählt, nicht das Programm.

✨ Weniger Trubel. Mehr Nähe.
So entstehen die schönsten Erinnerungen, in Ruhe, Geborgenheit und Liebe.

2025.12.23 - Mit Baby die Feiertage genießen

👃 Gerüche der anderen Gäste


Feiertage sind ein Fest der Sinne; Düfte gehören einfach dazu.
Bratäpfel, Parfum, Tannen, Räucherkerzen, Raclette, Rauch,
alles mischt sich zu dieser ganz eigenen, intensiven Luft der Feiertage.

Für Erwachsene ist das vertraut und angenehm.
Für Babys kann es jedoch schnell zu viel werden.

Babys nehmen Gerüche sehr intensiv wahr.
Sie erkennen ihre engsten Bezugspersonen am Duft.
Dein Geruch bedeutet für sie Sicherheit und Geborgenheit.

Wenn dann plötzlich viele neue, starke Gerüche dazukommen,
kann das verunsichern oder überfordern:
fremde Parfums, stark duftende Pflegeprodukte oder Zigarettenrauch.

Vielleicht merkst du, dass dein Baby unruhig wird, sich abwendet oder weint,
nachdem es von jemand anderem auf den Arm genommen wurde.
Das ist kein Zeichen von „Schüchternheit“
sondern ein feines Signal: „Ich brauche wieder Vertrautes.“

Dann hilft Nähe:
Ein Moment im Tragetuch oder an deiner Brust,
ein vertrauter Herzschlag, dein Duft, deine Stimme.
So findet dein Baby schnell zurück in seine kleine, sichere Welt.

Du darfst freundlich, aber bestimmt sagen,
dass dein Baby lieber bei dir bleiben möchte.
Oder bitten, dass Gäste auf starkes Parfum oder Rauch verzichten.

✨ Dein Duft ist für dein Baby Heimat.
Und manchmal braucht es genau das, um die Feiertage genießen zu können.

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2025.12.19 - Mit Baby die Feiertage genießen

🤱 Tragen als sicherer Hafen


Familienfeiern können schön, aber auch ganz schön viel sein.
Viele Gesichter, Stimmen, Gerüche, Lichter – all das wirkt auf ein Baby intensiv.

Inmitten dieses Trubels kann das Tragen ein wunderbarer Anker sein.
Getragen zu werden bedeutet für dein Baby Nähe, Orientierung und Sicherheit.
Dein Herzschlag, deine Atmung und dein vertrauter Geruch helfen ihm, sich zu regulieren, auch wenn rundherum alles laut und bunt ist.

Wenn dein Baby unruhig wird oder zu weinen beginnt,
kann es helfen, es einfach nah an dich zu nehmen.
Im Tragetuch oder in der Tragehilfe spürt es:
„Ich bin sicher. Ich bin geborgen. Ich bin bei dir.“

Das Tragen ist kein Rückzug,
es ist ein liebevoller Schutzraum mitten im Fest.
Ein Ort, an dem dein Baby alles haben darf: Nähe, Sicherheit, Geborgenheit,
und du gleichzeitig die Hände frei hast, um auch selbst teilzunehmen.

Wenn du trägst, achte darauf, dass:

  • dein Baby aufrecht und nah an deinem Körper sitzt
  • der Rücken gut gestützt ist
  • die Atemwege frei bleiben, keine Stofflagen über Mund und Nase!
  • das Gesicht deines Babys immer gut sichtbar ist

So kannst du gemeinsam mit deinem Kind feiern,
ohne dass es überfordert oder überreizt wird.

✨ Nähe ist das schönste Geschenk, das du deinem Baby in dieser Zeit machen kannst.

 

2025.12.12 - Mit Baby die Feiertage genießen

🍷 Stillen & Alkohol – was du wirklich wissen musst

Feiertage, Familienessen, Anstoßen mit Freunden, überall steht plötzlich ein Glas bereit.
Und viele stillende Mütter fragen sich:
„Darf ich mittrinken?“

Hier die wichtigen Fakten, klar, realistisch und ohne Angst:

Alkohol geht in ähnlicher Konzentration wie im Blut in die Muttermilch über. Er wird dort auch nicht gespeichert, sondern baut sich parallel zum Blutalkoholspiegel wieder ab.
Das bedeutet: Sobald der Alkohol im Blut abgebaut ist, ist er auch aus der Milch verschwunden.

Die gute Nachricht:
👉 Ein gelegentlicher, kleiner bis mäßiger Konsum ist mit dem Stillen vereinbar.
Studien zeigen, dass Babys danach manchmal etwas weniger trinken oder kurz unruhiger sind. Sie gleichen das aber später wieder aus.

Wichtig zu wissen:
• Größere Mengen Alkohol können das Verhalten des Babys deutlich beeinflussen und sollten deshalb vermieden werden.
• Sehr hohe Dosen sind risikoreich für das Kind (z. B. Trinkschwäche, Vergiftungsanzeichen).
• Der oft erwähnte „milchbildende Effekt“ von Bier kommt nicht vom Alkohol, sondern vom Gerstenmalz.

Es wird oft empfohlen:
👉 Nach einem alkoholischen Getränk ca. 2–2,5 Stunden zu warten, bevor du wieder stillst.
Je mehr du trinkst, desto länger dauert der Abbau.

Wenn du also einmal anstoßen möchtest, lässt sich das mit etwas Planung gut vereinbaren.

Und gleichzeitig gilt:
Du musst nicht trinken, um mitzufeiern.
Feiern heißt Verbindung, Freude, Nähe, nicht Alkohol.

Schöne Alternativen, die genauso festlich sind:
✨ alkoholfreier Sekt
✨ alkoholfreier Punsch
✨ Traubensaft, Apfelschaumwein, Kombucha
✨ oder einfach Wasser im schönen Glas

Feiere so, wie es für dich und dein Baby stimmig ist.
Achtsam, liebevoll und ohne Perfektionismus.
Dein Baby braucht keine perfekte Mutter, nur dich.

2025.12.05 - Mit Baby die Feiertage genießen

💬 So viel Lärm, so viel Liebe und manchmal einfach zu viel


Familienfeiern sind laut, lebendig und voller Emotionen. Überall wird gesprochen, gelacht, Musik läuft, Geschenke rascheln. Für uns Erwachsene gehört das dazu.
Für Babys kann dieser Geräuschpegel jedoch schnell zu viel werden.

Ihr kleines Nervensystem nimmt all die Stimmen und Klänge ungefiltert wahr. Was für uns festlich klingt, kann für sie überwältigend sein.
Manche Babys reagieren dann mit Unruhe, Weinen oder suchen einfach mehr Nähe.

🤍 Hilfreich kann sein:

  • Ein ruhiger Rückzugsort, vielleicht ein Zimmer nebenan oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft.
  • Dein Baby im Tragetuch oder in der Tragehilfe. Dein Herzschlag und deine Stimme wirken beruhigend.
  • Leise Worte, sanftes Wiegen, vertrauter Körperkontakt, das hilft, die vielen Eindrücke zu verarbeiten.
  • Ein sanfter Hörschutz für Babys, wenn der Lärmpegel einfach nicht anders zu reduzieren ist. Gerade bei großen Familienfeiern kann das eine wertvolle Unterstützung sein, um dein Baby vor Überreizung zu schützen.

Du darfst bei Familienfeiern Grenzen setzen.
Wenn dein Baby Ruhe braucht, darfst du gehen oder um Rücksicht bitten.
Ein zufriedenes, entspanntes Baby ist wichtiger als jede Tradition.

✨ Nähe, Verständnis und Achtsamkeit machen die Feiertage besonders, nicht die Lautstärke.

2025.11.28 - Mit Baby die Feiertage genießen

Mit Baby die Feiertage genießen ✨

Die erste gemeinsame Feiertagszeit mit Baby ist etwas ganz Besonderes: voller Liebe, Nähe und kleiner, kostbarer Momente. Aber manchmal auch herausfordernd:viele Eindrücke, laute Feiern, fremde Gerüche, Fragen zu Stillen oder Tragen …

In meiner neuen Serie „Mit Baby die Feiertage genießen“ zeige ich dir, wie du diese besondere Zeit achtsam, gelassen und liebevoll gestalten kannst, so, dass sie sich gut anfühlt für dich und dein Baby.

💬 Themen der Serie:

  • Geräuschpegel & Reizüberflutung bei Familienfeiern
  • Stillen & Alkohol
  • Tragen als sicherer Hafen
  • Gerüche & Grenzen für sensible Babys

Und wie ihr trotz allem entspannt durch diese Zeit kommt
🌿 Du darfst auf dein Gefühl vertrauen. Nicht Perfektion zählt, sondern Verbindung, zu deinem Baby, zu dir selbst und zu dem, was wirklich wichtig ist.

💛 Folge mir in den nächsten Wochen durch eine Reihe voller Herz, Wissen & Achtsamkeit. Damit die Feiertage mit deinem Baby so werden, wie sie sein dürfen: ruhig, warm und echt.

🕯️ Mit Liebe,

Chantal Weis

2025.11.19 - Feiertage mit Baby

Tragen als sicherer Hafen


Familienfeiern können schön, aber auch ganz schön viel sein.
Viele Gesichter, Stimmen, Gerüche, Lichter – all das wirkt auf ein Baby intensiv.

Inmitten dieses Trubels kann das Tragen ein wunderbarer Anker sein.
Getragen zu werden bedeutet für dein Baby Nähe, Orientierung und Sicherheit.
Dein Herzschlag, deine Atmung und dein vertrauter Geruch helfen ihm, sich zu regulieren, auch wenn rundherum alles laut und bunt ist.

Wenn dein Baby unruhig wird oder zu weinen beginnt,
kann es helfen, es einfach nah an dich zu nehmen.
Im Tragetuch oder in der Tragehilfe spürt es:
„Ich bin sicher. Ich bin geborgen. Ich bin bei dir.“

Das Tragen ist kein Rückzug,
es ist ein liebevoller Schutzraum mitten im Fest.
Ein Ort, an dem dein Baby alles haben darf: Nähe, Sicherheit, Geborgenheit,
und du gleichzeitig die Hände frei hast, um auch selbst teilzunehmen.

Wenn du trägst, achte darauf, dass:

  • dein Baby aufrecht und nah an deinem Körper sitzt
  • der Rücken gut gestützt ist
  • die Atemwege frei bleiben, keine Stofflagen über Mund und Nase!
  • das Gesicht deines Babys immer gut sichtbar ist

So kannst du gemeinsam mit deinem Kind feiern,
ohne dass es überfordert oder überreizt wird.

✨ Nähe ist das schönste Geschenk, das du deinem Baby in dieser Zeit machen kannst.

2025.09.06 - Familienurlaub

Letzte Woche waren wir in Urlaub. Ich könnte jetzt einfach schreiben, wie schön unser Familienurlaub war: Wir sind in dieser Zeit noch enger zusammengerückt, haben die gemeinsame Zeit in vollen Zügen genossen und viele wunderbare Erlebnisse gesammelt, die uns sicher noch lange begleiten werden. – Aber das wäre nur die halbe Wahrheit.

Unsere 15-Jährige war gar nicht mit in Frankreich, weil sie Französisch so gar nicht leiden kann. Stattdessen hat sie zwei Wochen auf dem Bauernhof verbracht, wo sie letzten Herbst ihr Praktikum gemacht hat – und dort fleißig gearbeitet und zugleich Hof-Ferien genossen.

Gleich am ersten Ferientag hat unsere Jüngste für eine Überraschung gesorgt: Tierchen im Haar. Die Folge? Ein Besuch in der Apotheke und eine Lauskur für die ganze Familie. Zum Glück war sie die Einzige mit "Untermietern", aber die Laune war trotzdem erstmal im Keller.

Dazu kamen die üblichen „Zickenkriege“ zwischen der 17- und der 12-Jährigen – sie haben sich herrlich gegenseitig hochgeschaukelt. Ihre Wortgefechte haben mich manchmal an die beiden alten Herren aus der Muppet-Show erinnert.

Und als ob das nicht gereicht hätte, hat mein Mann in der zweiten Ferienhälfte mit Durchfall gekämpft.

Trotz allem waren die Ferien wirklich schön. Unser Ferienhaus war sauber und lag nah am See von Doucier. Anfangs war das Wetter so gut, dass die Kinder dort schwimmen konnten. Wir sind Tretboot gefahren, haben Stand-up-Paddling ausprobiert, Wanderungen unternommen und die wunderbaren Ausblicke genossen. Und der Käse vor Ort war sowieso ein Highlight – besonders für die Kinder.

2025.09.05 - Wie ich zum Laufen kam - Teil 3

🏃‍♀️ Warum ich mit dem Laufen angefangen habe – Teil 3

Die letzten Wochen habe ich nicht nur versucht, nicht mehr nach einem Kilometer schlappzumachen, sondern auch meine Distanz und mein Tempo langsam zu steigern.

Mein Ziel: 10 km schaffen, ohne danach komplett k.o. zu sein.

Am 27. September nehme ich am Spendenlauf – „Letz Gold Lauf“ der Fondatioun Kriibskrank Kanner teil. Der Enkel eines Arbeitskollegen meines Mannes ist an Leukämie erkrankt, und mein Mann hatte die Idee, dass wir uns der Schulmannschaft anschließen. Angemeldet bin ich für 5 km. Falls mein Training bis dahin gut läuft, melde ich vielleicht auf 10 km um.

👉 Wer mich mit einer Spende unterstützen möchte, kann das hier tun.

Natürlich gibt es auch Rückschläge. Mein Körper ist durch meine Nahrungsmittelunverträglichkeiten noch nicht so belastbar. Stärke, Zucker (Candida) und Eiweiße (Histaminintoleranz) machen Probleme. Aber immerhin kann ich inzwischen Erbsen, Linsen und Kichererbsen wieder alle drei Tage essen – ohne Beschwerden. Kleine Fortschritte, die Mut machen.

Zur Erklärung: Seit 2017 haben sich bei mir immer mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickelt, bis ich 2022 die Diagnose Blei- und Quecksilbervergiftung durch Amalgamfüllungen bekam. Seitdem wurden Füllungen entfernt, Zähne gezogen und verschiedene Entgiftungsmethoden ausprobiert. Am besten funktioniert für mich die Cutler-Methode: 72 Stunden lang alle 3–4 Stunden Entgiftungsmedikamente, danach 72 Stunden Pause.

Es ist ein langer Weg – sicher noch 1–2 Jahre – aber ich spüre Fortschritte. So wie beim Laufen: ein Schritt nach dem anderen, bis man das Ziel erreicht.

2025.08.29 - Wie ich zum Laufen kam - Teil 2

💪 Warum ich mit dem Laufen angefangen habe – Teil 2


Das Laufen hat aber nicht nur mit meiner Ehe zu tun. Es geht auch um meine Gesundheit.

Ende letzten Jahres merkte ich, dass meine Kraft und Ausdauer nachließen. Beim Yoga kam ich nicht mehr so tief in die Positionen, meine Gelenke schmerzten, Treppensteigen brachte mich außer Atem – und ich brauchte wieder Mittagsschlaf.

Mein Arzt und ich gingen auf Spurensuche und fanden den Übeltäter: Bartonella, ein kleiner Erreger, der meine Gelenke angreift. Die Behandlung dauert 18–24 Monate. Die Diagnose erhielt ich ungefähr zeitgleich mit unseren ersten Laufrunden.

Und das Verrückte: Schon nach wenigen Wochen Laufen konnte ich wieder Treppen steigen – ohne Schmerzen, ohne außer Puste zu sein. Natürlich schränkt mich Bartonella weiterhin ein, aber meine Kondition verbessert sich.

Ende Juli habe ich sogar angefangen, ins Fitnessstudio zu gehen. Ich! Die eigentlich nie in eine „Muckibude“ wollte 😅. Aber das Training macht mich stärker – beim Laufen halte ich länger durch und im Studio kann ich die Gewichte steigern.

Nächster Schritt? Functional Training. Meine 15-Jährige macht das zweimal pro Woche und will mich mitnehmen – quasi als „Revanche“, weil ich sie zum Yoga gezwungen habe (ihre Worte: „Räucherstäbchen und esoterisches Gelaber sind kein Sport“ 😂). Meine Physiotherapeutin findet die Idee super. Vielleicht kriege ich das bald organisiert, wenn die Schule wieder läuft und die Jüngste abends auch mal allein bleiben mag.

2025.08.22 - Wie ich zum Laufen kam - Teil 1

🌿 Warum ich mit dem Laufen angefangen habe – Teil 1

Vielleicht habt ihr es schon in meinen social media Storys gesehen: Seit einigen Monaten poste ich regelmäßig kleine Einblicke in meine Laufrunden. Keine Sorge, ich werde jetzt keinen reinen Laufblog starten 😉 – meine Themen bleiben weiterhin Tragen, Stoffwindeln, Stillen, Windelfrei, Bachblüten und Lichtfrequenzen.

Aber das Laufen ist für mich zu etwas ganz Besonderem geworden.

Mein Mann und ich sind seit 27 Jahren zusammen, davon 22 Jahre verheiratet. In dieser Zeit ist viel passiert, wir haben uns verändert – und mit vier Kindern war unser Alltag immer gut durchorganisiert. Einer von uns war fast immer bei den Kindern, beide hatten wir zwar Zeit für Sport oder einen Ausgleich, aber Zeit als Paar ist über Jahre hinweg auf der Strecke geblieben. Wir funktionierten wie ein eingespieltes Team – doch die Nähe, das wortlose Verstehen von früher, fehlte.

Letztes Jahr kam dann einiges zusammen, das uns die Frage stellte: Wie geht es weiter mit uns – und wenn ja, wie? Wir begannen, uns feste Zeiten nur für uns einzuräumen. Doch so richtig hat es nicht gefunkt. Also überlegte ich: Tanzkurs? Unmöglich in unseren Alltag einzubauen. Außerdem hatte mein Mann keine Lust auf Tanzen.

Im Spaß schlug ich vor: „Dann lass uns doch laufen gehen.“ – Und er sagte ja! 😅
So kam ich aus der Nummer nicht mehr raus.

Am Anfang war es richtig hart. Nach ein paar hundert Metern musste ich Pausen einlegen. Seit den Kindern habe ich „nur“ einmal pro Woche Yoga gemacht, davor eigentlich gar keinen Sport – keine Kondition, keine Ausdauer. Doch Stück für Stück wurde es besser.

Und dann passierte etwas Unerwartetes: Wir redeten. Beim Laufen, ungestört, ohne Kinder. Auch über schwierige Themen. Laufen wurde unsere kleine „Paartherapie“. Er passt sich meinem Tempo an, zieht mich gleichzeitig mit – und Schritt für Schritt finden wir so wieder mehr zueinander.

 

2025.07.26 - Neuigkeiten

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue – oder gleich mehrere! 🚪✨

Die Kiné-Praxis auf dem Sennigerberg, in der ich bisher meine Gruppenkurse gegeben habe, muss leider aus dem Gebäude ausziehen. Das bedeutet für mich: kein Kursraum mehr an diesem Standort.

Aber anstatt den Kopf hängen zu lassen, bin ich mutig einen Schritt weitergegangen – und habe neue Türen geöffnet. Ab September darf ich meine Tragehilfen-Workshops in gleich mehreren Eltereforumen anbieten: in Niederanven, Lorentzweiler, Marnach und Wiltz.

✨ Und es gibt noch mehr gute Neuigkeiten:
In Niederanven und Lorentzweiler entsteht ein neues, alltagsnahes Format. Ich werde dort regelmäßig bei einem thematischen Babytreff für Eltern mit Babys von 0–12 Monaten mit dabei sein – einmal zum Thema Stillen, einmal zum Tragen.

In entspannter Atmosphäre haben Eltern die Möglichkeit, ihre Fragen direkt zu stellen – niedrigschwellig, ohne Termin, ohne Hürde. So können Unsicherheiten aufgefangen, kleine Probleme sofort gelöst und bei Bedarf individuelle Fachberatungen empfohlen werden.

Mein Ziel bleibt dasselbe:
🎯 Eltern in ihrer Kompetenz stärken – ganz nah dran, praxisnah und mit viel Herz.

Ich freu mich auf viele neue Begegnungen! 💛

2025.07.01 - Tipp aus meinem Alltag

Eiszeit bei Sommerhitze – ganz ohne Zuckerbombe! 🍦☀️


Wenn das Thermometer steigt, fragst du dich vielleicht: Wie kann ich mein Kleinkind abkühlen – ohne gleich zur Zuckerschleuder zu greifen?
Eis klingt verlockend, oder? Zum Glück geht’s auch lecker und gesund!

Nice Cream ist die Zauberformel – blitzschnell gemacht und ganz ohne zugesetzten Zucker.

👩‍🍳 So einfach geht’s:
Du kannst entweder etwas vorbereiten und z. B. pürierte Gurke, Apfelmus oder Wassermelone in Silikoneisformen einfrieren.
Oder du machst spontan eine Portion Nice Cream:
Einfach gefrorenes Obst (z. B. Banane, Mango, Beeren) mit einem Schuss Flüssigkeit pürieren – je nach Alter und Vorlieben mit Muttermilch, (Pflanzen-)Milch, Joghurt oder einem Löffel Mandelmus.

💡 Tipp aus meinem Alltag:
Meine beiden Jüngsten freuen sich manchmal über Nice Cream zum Frühstück – und ich freue mich mit. Für sie ist es ein Eistraum am Morgen, für mich ein Vitaminkick auf dem Teller. Win-win!

2025.05.18 - Selfcare

Selfcare ist kein Luxus. Es ist notwendig.


Gestern bin ich von der European Babywearing Conference zurückgekommen – zwei intensive Tage voller bereichernder Vorträge, inspirierender Begegnungen und ganz viel neuem Input. Etwa zehn Kilometer vor meinem Zuhause habe ich das Auto am Waldrand geparkt. Ich stieg aus, atmete tief durch und ging eine halbe Stunde spazieren.


Eigentlich hatte ich mich sehr auf meine Familie gefreut. Auf das Wiedersehen, auf das fröhliche „Mama, Mama!“ meiner Kinder. Und doch spürte ich: Ich war erschöpft. Leer. Ich brauchte erst einmal einen Moment für mich – bevor ich für sie da sein konnte.
Diese Pause habe ich mir erlaubt. Im Wald konnte ich durchatmen. Mich bewegen, nach all dem vielen Sitzen. Meine Gedanken ordnen. Energie tanken. Mich erden.
Als ich schließlich zu Hause ankam, war ich immer noch müde – aber wieder bei mir. Ich konnte präsent sein. Konnte den Raum halten für all die aufgeregten Stimmen, Umarmungen und Geschichten, die mich erwarteten. Ohne diese kleine Auszeit wäre es zu viel gewesen. Vielleicht der eine Tropfen, der mein inneres Fass zum Überlaufen gebracht hätte.


💛 Liebe Mama, lieber Papa: Nehmt euch Zeit. Kleine Pausen, kurze Atemzüge nur für euch. Diese halbe Stunde hat unseren Abend gerettet – und das Wiedersehen zu einem echten Ankommen gemacht. Für mich. Für meine Kinder. Für uns.

2025.04.01 - Meine Jüngste wird heute 10 Jahre alt

Heute wird meine vierte Tochter, meine jüngste, zehn Jahre alt. Zehn Jahre – es fühlt sich gleichzeitig wie eine Ewigkeit und wie der Hauch eines Augenblicks an. Ich erinnere mich noch genau an den Tag ihrer Geburt. Es war ein Tag, an dem alles stillzustehen schien. Zu Hause, in unserem eigenen Raum, in unserer gewohnten Umgebung, brachte ich sie zur Welt. Keine hektischen Krankenhausflure, keine fremden Gesichter.
Es ist schwer, diesen Tag zu begehen, ohne eine Mischung aus Freude und Trauer in mir zu spüren. Freude, weil ich so unendlich stolz auf sie bin. Sie ist ein fröhliches, neugieriges Kind, das immer wieder neue Ideen und Geschichten in sich trägt. Ich liebe es, ihr zuzusehen, wie sie lacht, wie sie sich mit ihren Schwestern streitet und versöhnt, wie sie in den Tag hineinlebt, ohne sich um die Sorgen der Erwachsenen zu kümmern.
Aber da ist auch eine tiefe Melancholie in mir. Zehn Jahre sind wie im Flug vergangen, und ich spüre, wie der letzte Teil ihrer Kindheit immer mehr in die Ferne rückt. In ihrem Gesicht, ihren Bewegungen, in ihrem Lächeln erkenne ich die Frau, die sie eines Tages sein wird – und trotzdem will ich sie noch ein bisschen länger festhalten, dieses kleine Mädchen, das sich immer an meine Hand geklammert hat.
Jeder Geburtstag ist ein neuer Meilenstein. Und während ich ihre Freude teile, frage ich mich insgeheim, wie viele Momente wir noch haben werden, in denen sie so nah bei mir ist, so unbeschwert. Aber ich werde diese Momente genießen, denn sie sind kostbar. Zehn Jahre. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Tag mit ihr. Und trotzdem kann ich nicht anders, als leise zu weinen, weil ich weiß, wie schnell auch der nächste Abschnitt kommen wird.

2025.03.09 - Veränderungen


Dieses Wochenende hat meine Dritte ihren zwölften Geburtstag mit ihren Freunden gefeiert. Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich merke, dass sie jetzt wirklich in der Pubertät angekommen ist. Die Antworten sind oft patziger, sie versucht sich mehr von uns abzugrenzen und ist auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Früher war sie die Ruhige, die Scheue – davon ist nun kaum noch etwas zu merken.


Heute hat sie ihren Kleiderschrank ausgemistet. Einige Teile, die zu klein geworden sind, sind rausgeflogen, aber vor allem hat sie sich von vielen Sachen getrennt, die einfach nicht mehr ihr Stil sind. Besonders die Lieblingsstücke vom letzten Jahr – gemustert, bunt und schrill – haben ausgedient. In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass sie ihre Outfits anders kombiniert. Höchstens ein einziges, buntes, gemustertes Teil, der Rest bleibt eher schlicht und einfarbig. Und was mir auch aufgefallen ist: Jeans mochte sie nie besonders, doch auch das hat sich mittlerweile geändert. In der 6. Klasse trägt sie nun ständig Jeans. Glücklicherweise hatten wir noch welche von ihren älteren Schwestern, sodass aus der einen schwarzen Jeans für Musikaufführungen schnell mehrere Hosen für jeden Anlass wurden.


„Mama, wundere dich nicht, was ich alles ausgemistet habe. Ich nehme Abschied von der Kindheit“, sagte sie und reichte mir einen Stapel Kleider.


Es scheint ihr leicht zu fallen, in die neue Lebensphase einzutauchen. Mir fällt das viel schwerer. Wahrscheinlich werde ich mal wieder Walnut aus meinem Bachblütenkoffer hervorholen, um mich leichter an diese neue Lebensphase zu gewöhnen.
Für ihre Feier hat sie sich einen Spaziergang mit Sandrines Ponyexpress gewünscht. Seit sie fünf Jahre alt ist, besucht sie schon Sandrines Ponys. Damals ist sie noch darauf geritten, und auch heute ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, mit den Ponys spazieren zu gehen und natürlich darf das Kuscheln nicht zu kurz kommen.

2024.10.30 - Wie kannst du deine stillende Partnerin unterstützen?

Informiere dich über das Stillen: Kenne die Herausforderungen und Vorteile des Stillens, um besser verstehen zu können, wie du helfen kannst.

Begleitung zu Arztterminen: Falls notwendig, begleite sie zu Vorsorgeuntersuchungen oder Stillberatungen, um sie zu unterstützen und Informationen zu sammeln.

Sei geduldig: Es kann eine Weile dauern, bis sich alles eingespielt hat. Sei geduldig mit ihr, während sie sich an die Veränderungen gewöhnt.

Emotionale Unterstützung: Sei für sie da, höre zu und biete aufmunternde Worte. Stillen kann manchmal herausfordernd sein, und es ist wichtig, dass sie sich emotional unterstützt fühlt.

Praktische Hilfe: Übernimm Haushaltsaufgaben, wie Kochen, Wäsche waschen oder das Aufräumen, damit sie sich auf das Stillen und die Erholung konzentrieren kann.

Bereitstellung von Snacks und Getränken: Stillende Mütter benötigen zusätzliche Kalorien und Flüssigkeit. Stelle sicher, dass sie Zugang zu gesunden Snacks und ausreichend Wasser hat.

Ermutigende Worte: Bestärke sie in ihrem Stillprozess. Erinnere sie daran, dass sie das richtig macht und dass ihre Bemühungen wichtig sind.

Einfache Ablenkungen bieten: Manchmal kann es hilfreich sein, etwas zu tun, um den Kopf frei zu bekommen. Schlage vor, einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen, während sie stillt.


Deine Unterstützung kann ihr helfen, das Stillen als positive Erfahrung zu erleben und sich in ihrer Rolle als Mutter wohler zu fühlen. Deine Unterstützung ist wichtig, damit das Stillen gelingt und euer Baby lange gestillt wird. Vom Stillen profitieren Mama und Baby gesundheitlich und es spart euch als Familie eine Menge Geld.

2024.10.23 - Tragen und Stillen

Wusstest du, dass das Tragen die Milchbildung fördert? Wenn du dein Baby vorn trägst, es riechst und mit ihm kuschelst, werden Hormone freigesetzt, darunter auch Oxytocin und Prolaktin.
Oxytocin wird oft als "Kuschelhormon" oder "Liebeshormon" bezeichnet. Es fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind und kann auch die Mutter-Beziehung stärken sowie das Gefühl von Zuwendung und Vertrauen fördern. Prolaktin spielt eine Rolle bei der Milchproduktion. Es fördert das Gefühl der Fürsorge und des Wohlbefindens.


Du kannst auch in der Tragehilfe stillen. Das Stillen in der Tragehilfe hängt in der Regel von verschiedenen Faktoren ab, wie der Anatomie, dem Alter des Babys und der Technik. Sowohl die Mutter als auch ihr Baby müssen diesen Vorgang erlernen. Probiere es zu Hause im geschützen Rahmen aus, am besten wenn dein Baby noch keinen großen Hunger hat und so geduldiger ist etwas Neues auszuprobieren. Lasst euch Zeit.

2024.10.16 - Stillinformationen im Internet

Im Internet gibt es eine Menge an Informationen, wobei es nicht immer einfach ist die für dich relevanten herauszufiltern. In Foren oder social media um Rat zu fragen ist eine Möglichkeit, doch da du nichts über die Kompetenz der Personen weißt, kann die Antwort kompletter Blödsinn sein.

Folgende Seiten kann ich empfehlen. Die Informationen zum Stillen sind korrekt.
https://www.still-lexikon.de/
https://www.lalecheliga.de/stillinformationen/
https://www.stillen-institut.com/de/fachinformationen.html
https://www.lllfrance.org/ auf Französisch

 

Es ist Herbst, Erkältungszeit. Auch wenn es dich als stillende Mama erwischt hat, darfst du weiter stillen. Dein Baby profitiert von deinen Antikörpern. Solltest du Medikamente nehmen müssen und bist unsicher, kannst du oder dein Arzt prüfen, ob sie mit dem Stillen zu vereinbaren sind oder welche Alterntaiven es gibt.
https://www.embryotox.de/
https://www.lecrat.fr/
https://e-lactancia.org/

2024.10.09 - Stillunterstützung in Luxemburg

Wo findest du in Luxemburg Hilfe bei Stillproblemen?

Jede Entbindungsklinik verfügt über speziell ausgebildete Laktationsberater*innen (IBCLC). Bestehe auf eine Konsultation bei einer Fachkraft. Auf Station ist leider oft nicht genug Zeit sich lange um dich und dein Baby zu kümmern. Dies liegt nicht am schlechten Willen der dort arbeitenden Hebammen und Krankenschwestern, sondern am System.
Die Kliniken bieten auch Stillberatung nach Terminabsprache an für Frauen, die nicht (mehr) in der Klinik liegen.

Deine Wochenbetthebamme ist Ansprechpartner für all deine Fragen nach der Geburt, auch zum Thema Stillen. Die Liste der Hebammen findest du auf https://www.sages-femmes.lu/

Die Laktationsberater*innen IBCL haben einen Verein, wo du die Liste der Mitglieder anfragen kannst um dir Hilfe zu organisieren: <http://www.chantal.lu/index.php?include=email&?q=eVJfekpIKkMRWHBpZXJC_37>

Die Initiativ Liewensufank hat neben diversen Kursen in Schwangerschaft, Baby- und Kleinkindzeit auch Angebote zum Thema Stillen:

  • Stillabo
  • Beratung bei ihnen oder bei dir zu Hause
  • Telefonische Beratung
  • Stillvorbereitung

www.liewensufank.lu
<http://www.chantal.lu/index.php?include=email&?q=cllLem5fKEh-2FWGxla3RUZWxKeFxXAiZVaWVyQg-3D-3D_37>
Baby Hotline : 36 05 98

Die Stillgruppen der Leche League bieten Unterstützung und Austausch für alle am Stillen Interessierte. Gerne auch schon während der Schwangerschaft.
Die ehrenamtlichen Stillberaterinnen sind auch per Mail und Telefon erreichbar.
www.lalecheleague.lu


Vorbereitend auf die Stillzeit


Einige Hebammen, die Initiativ Liewensufank, das Eltereforum und ich geben Stillvorbereitungskurse.
Die Ligue médico-sociale gibt thematische Onlinekurse, auch zum Stillen.
https://ligue.lu/

2024.10.03 - Weltstillwoche - Film

Stillen: Startschwierigkeiten? Kein Grund zur Sorge!


Viele Mütter möchten stillen, aber der Anfang ist oft nicht einfach. Wunde Brustwarzen, Milchstau und Schmerzen können dazu führen, dass frühzeitig abgestillt wird.
Mit Wissen, Unterstützung und etwas Übung zum Anlegen lassen sich diese Probleme oft vermeiden.


Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben, betont: „Das richtige Anlegen des Babys ist entscheidend für ein erfolgreiches Stillen.“ Wie das geht, zeigt ein hilfreiches Video, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hebammenverband e. V. entstanden ist. Schauen Sie rein und erfahren Sie, wie Stillen gelingen kann.

2024.10.02 - Weltstillwoche - Startschwierigkeiten

Die diesjährige Weltstillwoche (30.09. - 06.10.2024) hat das Motto „Stillfreundliche Strukturen. Für alle.“ und wirbt dafür, stillende Mütter besser zu unterstützen. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Wissen um das richtige Anlegen und wie es mit Unterstützung gut gelingen kann.


Startschwierigkeiten beim Stillen sind normal und lassen sich meist lösen. Damit das Stillen gut gelingt, sind hier 5 Tipps zum richtigen Anlegen:


1. Richtiges Anlegen ist wichtig: Die Mutter führt das Baby an seinem Rücken zu ihrer Brust, beide liegen Bauch an Bauch. Wenn das Baby seinen Mund ganz weit öffnet – wie beim Gähnen – wird es angelegt. So erfasst es viel vom Brustwarzenhof, das schont die Brustwarze und das Baby kann gut trinken. Sein Kinn berührt dabei die Brust, die Unterlippe ist nach außen gestülpt.
2. Stillen ist in unterschiedlichen Positionen möglich: Gerade in den ersten Tagen und Wochen finden viele die zurückgelehnte Stillhaltung angenehm.
3. Das Baby weiß, wann es Hunger hat: Es bewegt den Kopf suchend, schmatzt, führt seine Hand zum Mund oder saugt am Finger.
4. Wenn der Stillenden etwas weh tut oder sich ungünstig anfühlt: Neu starten. Zum Lösen schiebt die Mutter ihren kleinen Finger sanft in den Mundwinkel des saugenden Babys, damit es die Brust loslässt.
5. Stillhäufigkeit und Dauer richten sich nach den Bedürfnissen des Babys und können individuell sehr unterschiedlich sein.

2024.10.01 - Thema des Monats: Stillunterstützung

Die diesjährige Weltstillwoche (30.09. - 06.10.2024) hat das Motto „Stillfreundliche Strukturen. Für alle.“ und wirbt dafür, stillende Mütter besser zu unterstützen. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Wissen um das richtige Anlegen und wie es mit Unterstützung gut gelingen kann.

Diesen Monat widme ich dem Thema Stillen und Unterstützung. Wie wird das Baby richtig an die Brust angelegt? Wo erhalte ich Hilfe? Wo gibt es fundierte Informationen? Wie kann der Partner unterstützen? Wie der Freundeskreis/Familie?

2024.05.08 - Kinder wachsen und bringen uns Eltern zum Wachsen

Gestern hat meine 13jährige ihre Jahresarbeit präsentiert. WOW! Ich weiß nicht für wen von uns beiden dieser Moment emotionaler war. Das Kind, das mir viele graue Haare beschert hat und mich “gezwungen” hat mein Verständnis von Schule und Lernen in Frage zu stellen, hat ein Buch geschrieben und es vertont. Ich bin noch immer platt und unglaublich stolz auf sie. Vor 6 Jahren hätte ich mir nicht in meinen künsten Träumen vortsellen können, dass sie wieder gerne zur Schule geht und sich investiert. Der Schulwechsel hat seine Früchte getragen. Sie ist bei sich angekommen und kann sein so wie sie ist und so ist sie gut. Sie durfte ihre künstlerichen Talente entfalten, ihre Stärken kennenlernen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen.

Durch meine Ausbildung zur Lehrerin hatte ich eine klare Vorstellung wie Lernen funktioniert. Nur hat meine Tochter nicht in dieses Konzept gepasst. Sie ließ sich da nicht reinzwängen und wurde immer unglücklicher und unzufriedener im System Schule, wie es in vielen luxemburgischen Schulen herrscht. Ihr Frust hatte Auswirkungen auf unsere ganze Familie. Wir waren ihr Blitzableiter und sie hat mit ihrem Verhalten klar gezeigt, dass dieses System sie und damit auch uns, kaputt macht. Zum Glück bekamen wir einen Platz in der Waldorfschule. Der Zwang Leistung zu einem bestimmten Moment zu erbringen, war weg. Sie hatte die Möglichkeit in ihrem Rhythmus zu lernen. Der Schwerpunkt lag nicht mehr auf Rechnen, Deutsch und Französisch. Auch technische und künstlerische Fächer waren wichtig. Es gab Schulfächer in denen auch sie glänzen konnte. Schule war nicht mehr nur doof. Sie machte eine Metamorphose durch. Vom Kind, das nicht mehr zur Schule gehen wollte und das sagte: “Kann ich nicht, will ich nicht, mach ich nicht”, wurde binnend zwei Jahren eine Schülerin, die, wenn es erforderlich war, auf Hobbys verzichtete um ihre Schularbeiten zu erledigen.

Jetzt ist sie das fünfte Jahr in der Waldorfschule. 8. Klasse – Jahresarbeit. Sie hatte sich schon vor den Sommerferien für das Thema Hörbücher und Hörspiele entschieden und mit der Recherche angefangen. Sie wollte neben einem theoretischen Teil als praktische Arbeit selbst ein Hörbuch/Hörspiel herstellen. Ob sie damals wusste, dass dies bedeutete selbst eine Geschichte zu schreiben, weiß ich nicht. Auf jeden Fall musste eine gute Story her und sie hat geliefert. Sie ist in ihrer Fantasywelt von Vampiren, Dämonen und Hexen eingetaucht und hat ein Universum kreiert, Charaktere zum Leben erweckt und trotz Lese-Rechtschreib-Schwäche eine Geschichte geschrieben. Schreiben – schön schreiben, viel schreiben, fehlerlos schreiben – war nie ihr Ding. Ihr Ziel war es, dass das Hörspiel eine Spielzeit von mindestens einer Stunde hat. Das ist ihr gelungen. Es dauert eine Stunde und 33 Minuten. Dazu hat sie noch herrliche Illustrationen erstellt um dem Leser diese Welt näher zu bringen.

Dieses wunderbare meinungsstabile Mädchen mit einer Lese-Rechschreib-Schwäche hat es gewagt ein Buch zu schreiben. Und es ist gut geworden. Nein, nicht gut, sondern hervorragend. Überzeugt euch selbst davon. Ihr Werk kann man kaufen: https://catherine.fisch.lu/

2024.04.25 - Am Verhalten der Bezugspersonen lernen

Im Laufe der Jahre hat es sich eingeschlichen, dass ich die Gefühle meiner Kinder spiegle und sie benenne. Mal mehr, mal weniger konsequent. Als sie jünger waren mehr, jetzt weniger und vor allem dann, wenn sie Dampf ablassen.

Ich fahre am Wochenende zum Stillkongress nach Köln und werde mir das Zimmer mit einer Freundin teilen. Jedes Wochenende entgifte ich nach dem Cutler Protokoll, was bedeutet, dass ich abhängig vom Chelator alle 3 oder 4 Stunden ein “Medikament” nehmen muss, auch nachts. Ich habe mit meiner Freundin geklärt, dass ein Nachtwecker für sie kein Problem ist, da sie eh einen sehr festen Schlaf hat. Nach dem Gespräch mit ihr, habe ich wohl zu Hause zu mehreren Gelegenheiten gesagt, dass ich wie gewohnt chelatieren kann. Mein Älteste sah mich an und meinte ” Mama, das hast du gestern schon erzählt.” Ich erwartete jetzt einen Kommentar, den mein Teenie sonst auch rauswirft. Sie sprach weiter: “Du bist froh, dass du deine Medikamente wie gewohnt nehmen kannst.” Ich war baff. Klar bin ich froh, dass ich wie gewohnt meinen Chelator nehmen kann. Dies von ihr zu hören, steigerte den Grad meines glücklich Seins.

2024.04.18 - Die Früchte der Kindererziehung

In den Ferien gab es einige AHA-Momente, wo ich mir dachte: Wow, was sind unsere Kinder reif geworden! Das haben wir gut hinbekommen. Das anstrengende und lange Ausdiskutieren und Verhandeln als sie jünger waren, zeigt seine Wirkung. Unsere Kinder sind in einem Alter (16, 13, 11 und 9) in dem man mit ihnen über Erziehung reden und sie reflektieren kann. Da kommen manchmal spannende Erkenntnisse zum Vorschein.

Unsere 13jährige wirft uns manchmal vor, dass ihre jüngeren Schwestern gar nicht erzogen wurden. In den Situationen, benehmen sie sich kindisch und sie fühlt sich davon genervt, Im Schwimmbad war sie erstaunt, dass die beiden Jüngsten mir mitteilten, dass sie das Becken verlassen würden um die Toilette aufzusuchen. Perplex schaute sie mich an und fragte: “Die pullern jetzt echt nicht ins Becken rein?”

Wir waren drei Tage weg. Die 13jährige wollte sich ihre Haare färben und teilte mit, dass sie ein altes Badetuch von uns mitnehmen würde, da sie dem Hotel kein Tuch versauen wollte. Wir können zu Hause auch ein Tuch mit Flecken verwenden, im Hotel dagegen müsste es aussortiert werden.

Unsere Älteste war als Betreuerin im Ferienlager. Sie war begeistert und stolz über das Lob der Verantwortlichen, dass sie sehr viel Geduld mit den Kindern gezeigt habe. Zudem habe sie das Verhalten eines Kindes gut gemanagt, wo die Verantwortliche selbst nicht wusste wie dieses kanalisieren. Unsere Älteste meinte zu Hause lapidar. Ich habe weder mit dem Kind geschimpft noch es angebrüllt, sondern mit ihr gesprochen, mich dafür interessiert, was sie macht. Ich habe eine Beziehung zu ihr aufgebaut und dadurch ist es mir gelungen, Sie war halt an dem einen Tag “mein” Frosch, an einem anderen Tag “mein” Affe.

2024.03.27 - Nicht genug Milch

Viele Stillende Mütter machen sich Sorgen, dass ihre Milch nicht ausreicht. Bei nur etwa 5% der Mütter sind medizinische Ursachen für eine unzureichende Milchproduktion verantwortlich. Meistens ist eine geringe Milchmenge auf Stillfehler zurückzuführen.

Überwiegend entsteht das Gefühl von unzureichender Milchmenge aufgrund von unrealistischen Erwartungen an das normale Stillverhalten von Säuglingen. In vielen Fällen handelt es sich daher um ein Wahrnehmungsproblem. Unerfahrenheit und fehlendes Wissen können dazu beitragen.

Wenn deine Muttermilch nicht genug sein sollte, merkst du das an folgenden Anzeichen:

  • Dein Baby nimmt nicht ausreichend zu.
  • Dein Baby hat nur selten volle Windeln.
  • Dein Baby wirkt unausgeglichen und dauerhaft müde.
  • Dein Baby zeigt nach dem Stillen keine typischen Sättigungsanzeichen (Zufriedenheit und Ruhe)

Mögliche Ursachen

  • mangelnde Stimultaion der Brust bzw schlechtes Stillmanagment: lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten, ineffektives Saugen, unzureichende Entleerung der Brust
  • künstliche Sauger in den ersten Wochen
  • frühgeborenes Baby oder kranker Säugling
  • Baby mit Saugproblemen (orale Anomalien/Restriktionen, neuronale oder kardiale Probleme)
  • zu frühes Zufüttern
  • ausschließliches Abpumpen in Kombination mit mangelhaftem Pumpmanagment
  • hormonelle Probleme
  • eingenommene Medikamente mit hemmender Wirkung auf die Milchproduktion
  • Nährstoffmangel (Jod, Vitamin B12)
  • rauchen, Drogen, Alkohol
  • Diabetes
  • pathologische initiale Brustdrüsenschwellung
  • geschwächte Mutter, Geburtstrauma, Kaiserschnitt, Störungen des Bondings
  • Plazentareste, starke Blutungen nach der Geburt
  • Brustoperation/-verletzung in der Vergangenheit
  • starkes Übergewicht

Was du tun kannst
Deine Milchmenge reguliert sich über hormonelle Prozesse und das Trinkverhalten deines Babys, darum:

  • Lege dein Baby häufig an, denn die Nachfrage regelt das Angebot.
  • Pumpe zusätzlich Milch ab, damit deine Brust stimuliert wird mehr Milch zu produzieren. Gerne kannst du Powerpumpen oder Intervallpumpen versuchen.
  • Kuschle viel mit deinem Baby. Trage es an deinem Körper. Das so freigesetzte Hormon Oxytocin regt die Milchbildung an.
  • Einigen Pflanzen und Nahrungsmitteln (Mariendistel, Bockshornklee, Malzbier...) wird eine milchsteigernde Wirkung nachgesagt. Es gibt allerdings keine aussagekräftigen Studien, die dies belegen. Allenfalls stellt sich ein Placeboeffekt ein. Falls du keine Allergien (Achtung Kreuzallergie zu Erdnüssen bei Bockshornklee!) hast, und du denkst, dass das Mittel dir helfen wird, spricht nichts dagegen es zu nehmen.
  • Vermeide künstliche Sauger. Falls zugefüttert werden muss, dann stillfreundlich mit Becher, Spritze, Fingerfeeding, Softcup oder Brusternährungsset
  • Kläre mögliche medizinische Ursachen von dir und deinem Baby ab.
2024.03.20 - Milchstau

Ein Milchstau zeigt sich durch eine schmerzhafte, verhärtete Stelle in der Brust. Diese Verhärtung kann klein oder groß sein und bleibt auch nach dem Stillen hart. Mit fortschreitendem Milchstau können Knoten, mit Milch überfülltes Drüsengewebe, fühlbar sein. Die Haut über der verhärteten Stelle kann gerötet sein, jedoch fehlen allgemeine Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost.

Mögliche Ursachen

  • das Baby trinkt noch nicht effektiv oder zu selten
  • orale Restriktionen beim Baby
  • enge Kleidung oder nicht optimal sitzende Tragetuchbahnen
  • Stress, Überforderung und Überlastung
  • unerwartet lange Pausen durch längere Schlafphasen
  • äußere, mechanische Einflüsse wie Tritte oder Stöße
  • Stress kann auch zu einer Störung des Milchspendereflexes führen, was die effektive Entleerung der Brust behindern kann.

Was du tun kannst

  • Häufiges Anlegen ist das beste Mittel, um den Milchstau zu lösen und deine Brust effektiv zu entleeren. Halte die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten möglichst kurz und vermeide längere Pausen.
  • Uneingeschränktes Stillen, was sehr langes oder sehr häufiges Stillen bedeuten kann.
  • Optimiere das Anlegen und die Stillpositionen. Dein Baby sollte deine Brustwarze gut fassen und effektiv saugen können.
  • Wärme kurz vor dem Stillen angewendet, erleichtert den Milchfluss.
  • Positioniere dein Baby so an der Brust, dass sein Kinn in Richtung der Schwellung oder des Schmerzbereichs zeigt.
  • Wende nach/zwischen dem Stillen Kälte an, um Schwellungen zu verringern und Schmerzen zu lindern. Manche Mütter verwenden kalte Kohlblätter, andere Mütter machen Umschläge mit Quark, um die Schwellung zu verringern und die Schmerzen zu lindern.
  • Du kannst auch stillverträgliche Schmerzmittel nehmen, wie Ibuprofen oder Paracentamol. Ibuprofen hat den Vorteil, dass es auch entzündungshemmend und abschwellend wirkt.
  • Gehe der Ursache auf den Grund um einen möglichen weiteren Milchstau zu vermeiden!
  • Vermeide Stress, und ruhe dich aus. Emotionale Ursachen für einen Milchstau treten oft in Verbindung mit Stress und Überlastung auf. Identifiziere mögliche Stressauslöser und vermeide sie in Zukunft so weit wie möglich. Ob das Besuche bei der Familie sind, die du künftig begrenzt, oder ein reduzierter Terminplan, nach dem du nicht mehr so viel unterwegs sein musst. Ein Milchstau zwingt dich letztlich dazu, dich auszuruhen und absolut alles andere liegen zu lassen.
2024.03.13 - Wunde Brustwarzen

Wunde Brustwarzen können beim Stillen zu unerträglichen Schmerzen führen und gehören zu den Hauptgründen für vorzeitiges Abstillen. In den meisten Fällen lassen sich wunde Brustwarzen vorbeugen oder effektiv behandeln.

Wunde Brustwarzen sind nicht zu verwechseln mit der gesteigerten Empfindlichkeit der Brustwarzen nach der Geburt so wie mit der ungewohnten Belastung. Diese Anfangsschmerzen sind tolerierbar und lassen nach wenigen Tagen nach. Die Haut bleibt hierbei unverletzt.

Mögliche Ursachen

  • Nicht korrekte Anlegetechnik, nicht genug Brustgewebe im Mund
  • Intensives Saugen ohne Milchfluss und zu starke Kompression der Brustwarze ohne Entlastung
  • Schwellung bei der initialen Brustdrüsenschwellung ("Milcheinschuss")
  • Nicht korrektes Saugverhalten, Saugen mit sehr hohem Vakuum
  • Abnorme Gaumenform, zu kurzes Zungenband, zu kurzes Lippenband, sehr kleiner Mund
  • Besondere Mamillenformen (zB. sehr große Mamillen, Flach- oder Hohlwarzen)
  • Verwendung von Stilleinlagen und dadurch Feuchtigkeit, Druck auf die Brustwarze, mangelnde Hygiene
  • Nicht korrekter Einsatz von Milchpumpen (Pumptrichter zu groß oder zu klein, zu hohes Vakuum)
  • Verwendung von zu viel Salbe/ Seife oder Empfindlichkeit dagegen
  • Müdigkeit, Stress, allgemeine Unsicherheit
  • ...

Was du tun kannst

  • Die beste Prävention ist korrektes Anlegen und Positionieren. Begib dich auf Ursachenforschung, auch wenn diese nicht immer gefunden werden kann.
  • Achte auf eine gute Handhygiene. Kleine Verletzungen an der Brustwarze sind die Eintrittspforte für Bakterien und weitere Probleme!
  • Versuche intuitives Stillen (zurückgelehntes Stillen), vom Baby gesteuertes Anlegen und wechsle die Stillpositionen.
  • Stille nach Bedarf, idealerweise beendet das Baby die Stillmahlzeit. Falls nötig, löse das Vakuum mit dem kleinen Finger, um dein Baby von der Brust zu nehmen.
  • Falls nur eine Brust betroffen ist, stille dein Baby zuerst auf der nicht betroffenen Seite.
  • Lasse Muttermilch an der Brust trocknen. Sie pflegt, schützt und hat eine heilende Wirkung.
  • Die Mamillen nicht zu feucht halten, aber Austrocknung vermeiden.
  • Trage Lanolin (hochgereinigt) dünn auf. Es unterstützt die Wundheilung und muss vor dem Stillen nicht abgewaschen werden.
  • Manche Mütter empfinden Linderung durch spezielle Hydrogel-Pads aus der Apotheke.
  • Stilleinlagen, ob als Einweg- oder als waschbare Variante, müssen trocken und sauber sein. Daher regelmäßig wechseln!
  • Lasse deine Brust so häufig wie möglich unbedeckt und trage keinen engen BH.
  • Manchmal hilft es vorübergehend Stillhütchen zu verwenden. Achte auf die richtige Größe.
  • Um die Brustwarze zu schonen, kannst du vorrübergehend abpumpen. Achte auf die passende Größe des Pumpentrichters!
2024.03.06 - Initiale Brustdrüsenschwellung

Eine Brustdrüsenschwellung beim Stillen kurz nach der Geburt ist keine Seltenheit. Dies geschieht, wenn die Brüste sich mit Muttermilch befüllen, sobald der Milcheinschuss einsetzt. Die Geschwindigkeit und Menge der Milchproduktion bestimmen, wie stark die Brüste anschwellen und schmerzen können.

Vorbeugung
Im Prinzip wirkt viel Körper- und Hautkontakt und häufiges, uneingeschränktes Stillen (mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden, auch nachts) einer verstärkten Brustdrüsenschwellung entgegen. Beim Stillen in zurückgelehnter Haltung funktioniert das Stillen oft besser, so dass ein verstärkter Milcheinschuss seltener auftritt.

Was du tun kannst

  • Regelmäßig Stillen: Lege dein Neugeborenes häufig an, mindestens 8 bis 12 Mal binnend 24 Stunden.
  • Brustmassage: Deine Hebamme, Laktationsberaterin oder das Personal in der Klinik zeigt dir, wie du mittels Massage deine Brust entlasten kannst. Daneben gibt es spezielle Massagetechniken, die das Anlegen bei einer Brustdrüsenschwellung erleichtern.
  • Wärmebehandlung: Der Milchfluss ist bei einer initialien Brustdrüsenschwellung gestört, darum versuche ihn anzuregen, damit die Milch sich nicht staut. Wärme kann helfen, die Milchgänge zu weiten und den Milchspendereflex anzuregen. Du kannst warme Kompressen, Kirschkernkissen, spezielle Brustgelkissen oder eine Wärmeflasche (Nicht heiß!) oder ein heißes Bad oder Dusche nehmen.
  • Brust mit der Hand ausstreichen oder abpumpen: Du kannst deine Brust mit der Hand entleeren oder abpumpen, wenn das Anlegen deines Babys schmerzhaft ist. Deine Hebamme, Laktationsberaterin oder das Personal in der Klinik zeigt dir, wie du deine Brust mit der Hand richtig ausstreichst. Die so gewonnene Milch kannst du deinem Baby mit einem Löffel oder einem kleinen Becher (ein Schnapsglas tut es auch) füttern.
  • Brust kühlen: Das Kühlen verschafft dir kurzzeitige Linderung. Die Kälte lindert den Schmerz und wirkt der Schwellung engegen, da die Gefäße sich zusammenziehen. Du kannst Coolpacks verwenden oder spezielle Brustgelkissen.
  • Stillverträgliche Schmerzmittel: Solltest du arge Schmerzen haben, kannst du auf stillverträgliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracentamol zurückgreifen.
2024.03.01 - Thema des Monats: Stillen - Hürden überwinden

Die WHO empfiehlt, Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich zu stillen und das Stillen auch nach der Einführung von Beikost bis zu zwei Jahre oder länger fortzusetzen.
Leider leben wir in einer Gesellschaft in der Stillen nicht alltäglich ist. Viele Mütter stillen nach der Geburt, doch auf Grund von mangelnder Unterstützung, Fehlinformationen oder unzureichendem eigenem Wissen hören viele von ihnen bei den ersten Schwierigkeiten auf. Auch sind wir es gewohnt ein Leben auf der Überholspur zu führen. Das wird schwierig mit einem Säugling. Überforderung und Angst alleine zuständig für das Überleben des Babys zu sein, sind auch Faktoren, die die Stillrate sinken lassen.

Ich habe meine vier Kinder gestillt, unterschiedlich lange (26 bis 56 Monate) und bei jedem gab es andere Herausforderungen (wunde Brustwarzen, Rhagaden, Milchstau, Saugverwirrung, Zahnen, Beißen, zu kurzes Zungenband, verspannter Kiefer, Schwangerschaft, Tandemstillen.....) Ich hatte ich das Glück eine kompetente und super nette Hebamme zur Unterstützung zu Hause zu haben. Auch der regelmäßige Austausch mit andern Müttern in der gleichen Situation war hilfreich.

Diesen Monat beleuchte ich einige Anfangsschwierigkeiten beim Stillen und was du dagegen tun kannst.